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Di, 26.02.2002

Heute wird in China das Laternenfest gefeiert. Es findet immer genau 14 Tage nach dem ersten Tag im neuen Jahr statt und markiert das offizielle Ende der Feierlichkeiten zum Jahreswechsel.
Leider ist es kein gesetzlicher Feiertag, weswegen heute gearbeitet wird. Nach der Arbeit gehen wir direkt zu einer jungen Kollegin aus der Finanzabteilung, die uns zum Abendessen zu sich nachhause eingeladen hat. Bei ihr angekommen lernen wir, wie man Jiao Zi macht. Es handelt sich dabei um kleine gefüllte Taschen aus Nudelteig, die nach einem gewissen Schema zusammengefaltet werden. Meine ersten paar Jiao Zi sind erwartungsgemäß nicht gerade ästhetisch zusammengefaltet, aber immerhin sind sie gut genug, um später in den Topf zu kommen.
Nach dem Abendessen gehen wir in die Innenstadt, wo uns schon bald die ersten Chinesen mit Laternen entgegenkommen. Es sind allerdings keine speziellen chinesischen Laternen sondern billige Massenware, die sich nicht von den Laternen zu St. Martin unterscheiden. Im Zentrum angekommen wollen sich zwei Kollegen in einem hoffnungslos überfüllten, kleinen Laden ebenfalls eine solche billige Laterne kaufen. Die 30-, 40-, 50-jährigen Chinesen in diesem Laden drängeln bedeutend schlimmer als Erstklässer am Schulbus. Obwohl ich nichts kaufen möchte, mache ich mir den Spaß, die beiden in den Laden zu begleiten und die kleingewachsenen Chinesen zur Seite zu schieben. Anschließend gehen wir wieder in die Wohnung, wo die Chinesen krampfhaft versuchen, ein Mikrophon an einen DVD-Player mit Karaokefunktion anzuschließen. Allerdings sind ihre Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, aus dem Player kommt kein Mucks.
Ach, wie schade!

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