Home > China > Tagebuch


Mo, 07.01.2002

Jet-Lag heute: 05:30 Uhr. Der erste Tag in der Fabrik verläuft ruhig. Mein Arbeitsplatz wird eingerichtet, ich treffe mich mit dem Chef der IT-Abteilung und surfe ein bisschen durch das Intranet der Firma sowie durch das Intranet von Siemens China. Nach der Arbeit fahren wir mit dem Bus in einen großen Supermarkt. Der Bus kostet im gesamten Stadtgebiet 1 Yuan (25 Pfennig), wenn es harte Sitze sind, und 2 Yuan, wenn es weiche Sitze sind. Beim Einkaufen fällt mir auf, wie ungeniert die Chinesen mit ihrer Neugierde umgehen. Sie stellen sich teilweise neben meinen Einkaufswagen und begutachten ausgiebig, was so ein Europäer denn einkauft. Beim Fleisch-Einkauf stoße ich auf die ersten ernsthaften Sprachschwierigkeiten. Da ich weder Hund noch Pferd noch Schlange möchte sondern gutes altes Schweinefleisch, traue ich mich nicht, einfach nur nach dem Aussehen des Fleisches zu gehen. Was aber tun, wenn man die Schriftzeichen nicht kennt? Voller Freude erblicke ich die Umrisszeichnung eines Schweins und zeige einem Angestellten ausgiebig auf diese Zeichnung. Er zeigt allerdings nur auf eine große Gefriertruhe, in der jede Menge Sorten Fleisch sind; so nach dem Motto: „da drin ist auch Schweinefleisch“. Glücklicherweise kann einer der anderen Deutschen genug Chinesisch, um noch mal genau nachzufragen, ob ich denn auch Schweinefleisch in der Hand habe. Beim Einkaufen von eingeschweißter Wurst lege ich eine Packung nach der anderen wieder zurück ins Regal: Haltbarkeitsdatum abgelaufen, oft über zwei Wochen. Bis mir irgendwann klar wird, dass es sich nur um das Abpackdatum handeln kann! Na ja, wie lange eine Ware nach dem Abpacken dann hält, muss man sich wohl selbst denken, vielleicht steht es aber auch auf Chinesisch auf der Packung, wer weiß. Zum Schluss kaufe ich mir noch einen 5 Kilo Sack Reis, ich mache schließlich keine halben Sachen. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass das die kleinste Größe ist.
Im Appartement angekommen, haue ich auch gleich das erste Fleisch in die Pfanne und den ersten Reis in den Reiskocher. Dumm ist nur, dass an dem Reiskocher das Stromkabel fehlt. Also kommt der Reis wieder raus und wird von mir mehr schlecht als recht im Kochtopf zubereitet (ein Drittel noch hart, ein Drittel genießbar und ein Drittel leicht angebrannt), es hat wohl schon seinen Grund, dass der Topf des Reiskochers anti-haft-beschichtet ist.

< So, 06.01.2002  |  Mo, 07.01.2002  |  Di, 08.01.2002 >

Home > China > Tagebuch