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Fr, 04.01.2002

Am Flughafen wartet dann ein Fahrer von Siemens auf mich (der natürlich kein Wort Englisch spricht) und bringt mich ins Appartement nach Suzhou. Auf der Fahrt sammele ich die ersten Eindrücke von China. Die Autobahn verläuft die ersten 10 km parallel zu der im Bau befindlichen Transrapid-Strecke von Shanghai zum Flughafen Pu Dong. Ich kann mir also ausgiebig die ganzen Pfeiler anschauen und frage mich, wie schnell der Transrapid später wohl mal fahren wird, da die Häuser teilweise nur 50 m von der Trasse weg sind, was mir für einen 400 km/h schnellen Zug ziemlich wenig ist. Ich finde es schade, dass es an diesem Tag so nebelig ist, da ich gerne die Türme und Hochhäuser des Geschäftsviertels Pu Dong gesehen hätte (später wird man mir sagen, dass es Smog war und kein Nebel). Stattdessen schaue ich mir die teilweise monströsen Siedlungen der größten Stadt Chinas und einer der größten Städte der Welt an - Shanghai. Am beeindruckendsten ist aber die pure Größe dieses Ballungszentrums. Ich weiß nicht, wann Shanghai aufhörte und wann die Vorortstädte anfingen; auf jeden Fall passt das große Ruhrgebiet hier ein paar Mal rein. In Suzhou sehe ich auch zum ersten Mal die Massen von Fahrradfahrern. Auf den großen Straßen gibt es rechts und links der Autospuren Spuren für Roller, Mopeds und Fahrräder, die meistens genauso breit sind wie die Autospuren - und das ist auch notwendig. Wenn Autos in China auch für "normale" Menschen bezahlbar werden, wird es in den Großstädten zum absoluten Verkehrsinfarkt kommen.
Beim Betreten der Wohnung fallen mir erstmal Zentnerlasten vom Herzen. Diese Wohnung entspricht nicht nur westlichen Anforderungen, sie übertrifft sie sogar (zumindest für einen einfachen Praktikanten wie mich). Es sind zwei große Räume mit: ( Fotos aus meiner Wohnung)

Nach einer sehr erfrischenden Dusche holt mich der deutsche Qualitätsmanager von Siemens in Suzhou ab und zeigt mir erstmal die Produktionsanlagen der Fabrik und stellt mich den anderen deutschen Trainees vor. Abends gehe ich dann mit ihm, seiner Verlobten und drei Chinesen aus der Fabrik chinesisch essen. Auch hier gibt es wieder unzählige neue Eindrücke für mich, die ich aber an einem anderen Tag beschreiben werde, um diesen Tag nicht zu sehr aufzublähen. So gegen 21:00 Uhr Ortszeit falle ich schließlich ins Bett, nachdem ich 31 Stunden am Stück wach war, die Matratze ist bretthart.

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