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So, 03.02.2002

Nachdem es mir heute wieder besser geht, schwinge ich mich nachmittags auf mein Rad, fahre ein bisschen durch Suzhou und mache weitere Fotos. Diesmal aber nicht vom Zentrum von Suzhou sondern von ein paar Orten, die schon fast in den Randbezirken liegen. Suzhou wurde früher als das „Venedig des Ostens“ bezeichnet, da es hier unzählige Kanäle und Wasserstraßen gab. Davon ist heute leider nicht mehr viel übrig geblieben, da die Chinesen kurzerhand die meisten Kanäle zugeschüttet haben. Von den wenigen verbliebenen Kanälen habe ich heute ein paar fotografieren können, mit Venedig ist Suzhou aber auf keinen Fall mehr vergleichbar (vermute ich zumindest, ich war noch nie in Venedig).
Da ich kein Fleisch mehr in der Wohnung habe, probiere ich abends mal einen der KFCs in Suzhou aus und werde dabei Zeuge der chinesischen Gastfreundschaft. Da die Tafeln im KFC nur auf Chinesisch beschriftet sind, bleibt mir nichts anderes übrig, als eines der Menüs zu nehmen, die glücklicherweise mit Fotos auf den Tafeln abgebildet und durchnummeriert sind. Als ich so an der Kasse anstehe, kommt plötzlich eine junge Chinesin auf mich zu und fragt mich auf Englisch, ob ich denn Chinesisch spreche. Als ich das verneine, fragt sie mich, was ich denn bestellen möchte, und bestellt anschließend auf Chinesisch mein Menü 2. Auch wenn dies eine der wenigen Sachen ist, die ich gerade noch selbst hinbekommen hätte, war ich doch sehr erfreut über diese unverhoffte Hilfe. Nur schade, dass so jemand nie in der Nähe ist, wenn man ihn wirklich braucht.

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